Funken

Funken

Der Funken hat in Oberschwaben und angrenzenden Gebieten eine sehr lange Tradition.
Erstmals urkundlich erwähnt wird es in Aufzeichnungen des Klosters Lorsch Ende des 11. Jahrhunderts. Die Ursprünge des Brauchs dürften jedoch weiter zurückliegen.
Über die Herkunft gibt es unterschiedliche Auffassungen.
Regional volkstümlich wird der Funken als Zeichen des Winteraustreibens gesehen, was auf alte keltische Wurzeln zurückgeführt wird. Es gibt jedoch auch wissentschaftliche Betrachtungen, welche den Funken auf das römische Feuer zum Jahresbeginn (1. März) zurückführen.
Das heutige Funkenfeuer hängt jedenfalls stark mit der schwäbisch-allemannischen Fasnet zusammen. Nicht zuletzt deshhalb, da das Feuer immer in der Nacht vom Sonntag nach Aschermittwoch entzündet wird.




 

Stellen der Hexenstange

Die Vorbereitungen und der Aufbau eines Funken sind zeit- und arbeitsaufwändig. Meist werden die Funken von Jugendgruppen errichtet. Es gibt allerdings auch Vereine und sogar Zünfte, welche sich damit befassen.
Nach Aschermittwoch beginnt man nach Ankündigung in der Lokalpresse mit dem Einsammeln von Brennmaterial. Dabei wird/sollte nur unschädliches Material eingesammelt. Meist unbehandeltes Holz (z.B. Paletten) oder land- oder fortwirtschaftliches Material (Äste o.ä.). In der Bodenseeregion gibt es auch entsprechende Merkblätter, was verwendet werden darf.
Es gab früher durchaus schon Funken, welche nur aus Altreifen bestanden haben sollen. Heutzutage kaum noch vorstellbar - abgesehen davon, dass dies mit Sicherheit Feuerwehr und Polizei auf den Plan ruft.
Das eingesammte Material wird dann (mit Traktoren) zum Funkenplatz gebracht. Dort wird zuerst in der Mitte des Platzes eine Stange mit einer oben angebrachten Hexe aufgerichtet.
Darum wird das Material zu einem Haufen aufgeschichtet. Dieser Haufen kann durchaus 5 und mehr Meter in der Höhe messen.
Sehr professionelle Gruppen stapeln, sehr kunstvoll, Meterholz zu Türmen oder Pyramiden auf.




 

Aufbau des Funken

Nicht selten wird, aus verscheidenen Gründen heraus, von benachbarten Funkengruppen versucht den Funken des Nachbarn anzuzünden. Um dem vorzubeugen, wird der Funken die ganze Nacht durch bewacht. Die Zeit wird dabei mit Lagerfeuer und warmen (und durchaus "geistigen") Getränken verbracht. Eine einerseits spaßige, aber durchaus anstrengende Aktion; vor allem wenn die Nächte sehr kalt werden.




 

Funkenwache

Nach der anstrengenden Funkenwache fiebert man nunmehr dem Abbrennen entgegen.
Damit die ganzen Mühen auch etwas entlohnt werden, bietet man den Funken-Besuchern heiße Getränke (Glühwein, -most oder auch -punsch) und eine Kleinigkeit zum Essen (heiße Saiten o.ä.) gegen einen kleinen Obulus an.
Dann kommt der große Augenblick in dem das Feuer angezündet wird. Jetzt zeigt sich, ob gut aufgebaut wurde und der Funken gleichmäßig abbrennt.
Daneben gibt es teilweise noch Aktionen wie das Scheibenschießen. Hier werden getrocknete und mit einem in der Mitte gebohrten Loch versehene Birkenscheiben ins Feuer geworfen. Nachdem diese etwas angebrannt sind werden diese aus dem Feuer geholt. Mit einem in das Loch gesteckte Stock wird die Scheibe nun über eine kleine Rampe in das Tal katapultiert. Hierbei werden (mal mehr, mal weniger sinnige) Spüche aufgesagt.




 

Das Funkenfeuer

Übrigens: U.a. vom Landratsamt Lindau wurde sogar ein Merkblatt [157 KB] für Funkenfeuer veröffentlicht...



Brauchtum

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