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1122 |
Arnold von Hiltensweiler und seine Frau Junzela stiften ihre Besitzungen dem Benediktinerkloster Allerheiligen in Schaffhausen. Bedingung ist die Einrichtung einer Mönchszelle. |
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1200 |
Die Mönchszelle wird als Benediktinerprobstei nach (Ober-) Langnau verlegt. |
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1359 |
Das Kloster Langnau ist noch im Besitz der Benediktiner. Graf Heinrich IV. von Montfort überlässt dem Paulinerorden die (ärmliche) Zelle in Argenhardt (bei Tettnang). |
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1389 |
Trotz der nicht unerheblichen Ländereien gerät das Kloster in finanzielle Schwierigkeiten. Graf Heinrich von Montfort, bislang als Klostervogt sozusagen Schirrmherr, kauft Allerheiligen das Klostergebiet ab.Allerheiligen beordert daraufhin die Mönche zurück. Graf Heinrich hatte nun sein Hauskloster. Dieses besetzte er ebenfalls mit Mönchen des Paulinerordens. |
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1393 |
Eine Beschreibung beziffert die Langnauer Besitzungen mit 80 Güter in 40 Ortschaften |
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1405 |
Heinrich IV. überträgt die Besitzungen des Klosters Langnau dem Paulinerorden. Bedingung ist, dass die hl. Messe abgehalten, die Seelsorge betrieben und eine jährliche Messe für die Stifterfamilie (Montfort) gelesen wird. |
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1408 |
Heinrich IV. stirbt und wird als erster seines Geschlechts im Kloster Langnau beigesetzt. |
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1491 |
Hugo XIII. von Montfort stirbt. Auch er wird im Kloster Langnau beigesetzt. |
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1520 |
Die Klosterdisziplin schien sich nicht zum Besten entwickelt zu haben, da der Prior angemahnt wurde auf eine ordentliche Bekleidung und gesittetes Abhalten von Gottesdiensten zu achten. Auch ansonsten scheinen sich die Mönche zeitweise mehr dem weltlichen als dem Seelenheil gewidmet zu haben... |
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1525 |
Die unzufriedenen Bauern und Untertanen sammeln sich im Februar in Rappertsweiler (Gerichtsort des Klostergebiets). Um die zahlreichen Aufständischen zu versorgen, wird das (verhaßte) Kloster Langnau zwei mal geplündert: zu Beginn des Aufstands im Februar und am 14. Mai.Die Mönche flüchten nach Tettnang und kehren im Herbst wieder ins Kloster zurück. |
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1584 |
Prior Hieronymus erklärt dem Grafen von Fürstenberg, dass man sich nicht an das auf dem Trienter Konzil erlassene Keuschheitsgelübde (Zölibat) halten werde. Man sei anders beschaffen als die Jesuiten. |
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spätes 16. Jhdt. |
Die Langnauer Besitzungen werden mit 165 Lehnshöfen und 900 Leibeigenen angegeben. |
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1601 |
Hieronymus Leuthold weigerte sich nach seiner Abberufung als Prior von Langnau seine Geliebte aufzugeben, lieber verlasse er den Orden und gehe betteln. |
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1609 |
Der Pfarrer von Wasserburg vermacht dem Kloster einen Kasten Bücker gegen die Verpflichtung zur Aufnahme eines Verwandten in den Orden. |
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1610 |
Graf Johann von Montfort schließt mit Provinzial, Prior und Konvent einen Vertrag wonach die Pauliner eigenständig den Prior im Kloster Langnau bestimmen dürfen. Der Graf, als Vogt, hat jedoch ein Vetorecht. Auch zur Absetzung eines Prior bedurfte es der gräflichen Zustimmung. |
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16xx |
Zerstörung des Klosters durch schwedische Truppen im 30-jährigen Krieg. Nach Beendigung des Kriegs erfolgt der Wiederaufbau. |
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1631 |
Nach dem letzte Prior der Zelle Argenhardt, Johannes Seyfried, wird diese durch einen Langnauer Subprior mitverwaltet. |
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1647 |
Während des 30jährigen Krieges zerstört ein Brand wesentliche teile des Klosters und seiner Bibliothek. |
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1655 |
Kloster und Kirche werden wieder aufgebaut. |
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1657 |
Wiedereinrichtung einer Bibliothek. |
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1671 |
Aufgrund einer päpslichen Anordnung soll in Langnau ein Studienort für theologische Bildung eingerichtet werden.Bis 1760 unterrichten mehrere Professoren Theologie und Philosophie. |
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1672 |
Argenhardt wird nun auch offiziell mit Langnau vereinigt. |
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1719 |
Der General der Pauliner erklärte gegen den Protest des Grafen von Montfort den Vertrag von 1610 für ungültig, da dieser gegen die Ordensstatuten verstoße. |
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1723 |
Langnau erhält Kopien der Gnadenbilder von Tschenstochau und Maria Tal |
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1724 |
Prior Wizigmann lässt die Klosterkirche neu ausstatten |
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1727 |
Im Kloster wird die Schutzengelbruderschaft gegründet. In einem Buch, welches die Aufhebung überstand, wurden bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts die Mitglieder der Bruderschaft eingetragen. Das Buch befindet sich heute im Besitz der Seelsorgeinheit Argental. |
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1729 |
Ein neuer Vertrag betreffend Prior-Einsetzung wird zwischen Orden und Grafen geschlossen. Das Veto-recht der Montforter bleibt jedoch weitestgehend bestehen. |
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1736 |
Neben der genannten Schutzengelbruderschaft wird im Kloster auch eine nach dem Ordenspatron benannte Paulusbruderschaft gegründet. Dies ist jedoch bei weitem nicht so erfolgreich. |
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1738 |
Der Pfarrvikar von Hiltensweiler verweigert dem Dekan den Zutritt zur Kirche (bischöfliche Visitation aufgrund des Trienter Konzils), da er dessen Zuständigkeit nicht anerkennt. Erst Gewaltandrohung bewegt ihn zum Einlenken. |
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1739 |
30. August: Die durch Pater Ladislaus Himmer (zeitgleich zum Prior gewählt) aus Rom mitgebrachten sterblichen Überreste des hl. Valentinus werden in einer 3-tägigen Feier (Translation) unter Beteiligung der Grafen von Montfort sowie über 5.000 Gläubigen als Katakombenheiliger zur öffentlichen Verehrung eingeführt. Sechs Wunder werden ihm zwischen 1745 47 zugeordnet. Einen größeren Kult gab es jedoch nicht.Dem Kloster wird eine beachtliche Juristenbibliothek vermacht. |
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1745 |
Prior Wizigmann lässt verschiedene Wirtschaftsgebäude errichten |
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1769 |
Von der übergeordneten Stelle, dem Provinzial wird versucht eine weitere Bruderschaft zu begründen: die Johannes-Nepomuk-Bruderschaft (benannt nach dem Patron der hiesiger Pauliner-Provinz. Diese scheint jedoch auf noch weniger Zuspruch gestoßen zu sein. |
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1775 |
Ein gewisser Michael Huber suchte eigentlich nur ein Nachtquartier, wurde aber wg. seiner musikalischen Fähigkeiten als Novize aufgenommen |
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1781 |
Der österreichische Kaiser Joseph II erlässt ein Dekret, wonach alle Orden, die im volkswirtschaftlichen Sinne unproduktiv sind, also keine Krankenpflege, Schulen oder andere soziale Aktivitäten betreiben, aufzuheben sind. Das Vermögen fällt dem Staat zu.Letzte Generalvisitation durch den Ordensgeneral Ordódy im Juli. |
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1786 |
Langnau wird aufgrund einer kaiserlichen Verordnung betreffend aller Pauliner-Klöster aufgehoben (Mitteilung am 6. März). Am 6. August müssen die Mönche das Kloster verlassen. Die Versteigerung des Klostergutes erfolgt am 16. August. Aufgrund eines Protests des Bischofs von Konstanz wird am 31. Juli ein kaiserliches Dekret mit der Rücknahme der Aufhebung erlassen und das versteigerte Hab und Gut wieder möglichst zurückgeholt.Der durch Pater Arnold Liebherr erstellte Bücherkatalog umfasst ca. 1.800 Werke. |
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1787 |
Am 28. Februar wird erneut die Aufhebung verfügt. Am 31. Juli verlassen die Mönche dann endgültig das Kloster Langnau. |
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1790 |
Mehrere Patres wollen aus dem Orden austreten, da sie nur auf Druck ihrer Eltern eingetreten seien. |
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1793 |
Die Klosterkirche wird entweiht (exekriert) und abgebrochen. Auch die restlichen Gebäude werden größtenteils abgebrochen. Etliche Kirchenschätze und die Gebeine der Grafen von Montfort werden in die Pfarrkirche nach Hiltensweiler überführt.Der Bibliothekar der Uni Freiburg erhält den Auftrag zur Begutachtung der Langnauer Bibliothek und bezeichnet diesen als wenig wertvoll ("Quark").Ein Großteil der Bücher geht an die Universitätsbibliothek Freiburg, der "Rest" wird an Bauern und Händler verkauftHeute existieren nur noch zwei Gebäudeflügel, welche als Wohngebäude genutzt werden.Die erzielten Erlös sowie die verbliebenen Werte werden dem Vorderöstereichische Religionsfond einverleibt. |
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1798 |
Die Universitätsbibliothek Freiburg sichtet die vom Kloster übernommenen Bücher und veräußert 268 Bände an einen französischen Sammler weiter. Die verbleibenden 700 Bände werden in die eigene Bibliothek einsortiert. |